Neben Gin trinke ich ja – vor allem im Sommer – gerne mal einen Spritz. Und neben den vielen Bitter Aperitivo Alternativen, die ich schon in anderen Beiträgen vorgestellt habe, gibt es ja natürlich auch noch ganz andere Spritz Möglichkeiten. Und zufälligerweise trinke ich auch sehr gerne Limoncello!
Aber auch davon gibt es so viele und daher probiere ich auch hier gerne herum. Habt ihr einen Lieblings-Limoncello? Oder einen anderen Zitruslikör, den ihr unbedingt empfehlen könnt?
Was ist Limoncello?
Limoncello ist ein italienischer Zitronenlikör. Ursprünglich kommt er aus Süditalien, von der Amalfiküste und Sizilien – aber längst findet man ihn überall. In Norditalien wird er auch teilweise als Limoncino bezeichnet. Er wird aus Zitronenschalen hergestellt, die wochenlang in hochprozentigem Alkohol ziehen und anschließend mit Zuckersirup auf Trinkstärke gebracht werden. Meist hat Limoncello zwischen 30 und 35% Alkoholgehalt, aber es gibt hier keine Vorgaben. Als Likör muss er gemäß EU-Verordnung einen Mindestzuckergehalt von 100 Gramm pro Liter aufweisen. Meistens enthält er allerdings deutlich mehr Zucker, um die Säure und die Bitterstoffe der Zitronenschalen auszugleichen.

Berlinocello
Die Berlin Distillery wird nun unter neuer Leitung fortgeführt – und auch den Berlinocello, den ich euch hier auf dem Blog bereits vorgestellt hatte, gibt es wieder.
Bodensee Limoncello
Dem Bodensee Limoncello aus der Brennerei Senft konnte ich natürlich auch nicht widerstehen. Er besteht aus natürlichen Zutaten und enthält keine künstliche Aromen. Mit nur 20% Alkoholgehalt ist er relativ leicht, also ideal für die heißen Tage gerade – egal ob pur oder als Spritz!
20% Vol. – ca. 30 Euro / Liter
Bongiorno Limoncello
Vincenzo Bongiorno ist war in Belgien geboren und aufgewachsen, seine Vorfahren stammen aber aus Sizilien. Aus der Liebe zu Italien und zur Familientradition hat er 2009 das Unternehmen Bongiorno gegründet, das seit 2012 Limoncello produziert. Laut Homepage wird für den Limoncello “weniger Zucker” verwendet, allerdings ohne konkrete Angaben. Ich empfinde ihn geschmacklich leider als sehr zuckrig und auch der Zitronengeschmack ist für mich eher schwächer als bei anderen hier getesteten Sorten. Schade, ich wäre eigentlich auch gespannt auf die anderen Sorten wie zum Beispiel Meloncello gewesen.
28% Vol. – ca. 23 Euro / Liter
Da Elena – Elemoncé Liquore di Limone & Crema di Limone
Die Liköre von Da Elena aus Schorndorf habe ich auf einer Messe kennengelernt. Es gibt sowohl den klargelben Classico Liquore di Limone als auch die sahnige Variante Crema di Limone. Tatsächlich schmeckt für mich auch der Classico sehr cremig und mild, wunderbar für den puren Genuss. Im Spritz sehe ich diesen Likör nicht so unbedingt.
20% Vol.
Hamburg Zanzibar Limoncello – with a splash of Gin
Hamburg Zanzibar kenne ich natürlich in erster Linie als Gin-Hersteller. Aber auf Limoncello bin ich auch immer neugierig – vor allem in der Kombination “with a splash of gin“. Dieser Limoncello ist deutlich weniger süß als die gängigen Varianten und bringt viel frische Zitrus-Säure mit ins Glas. Gleichzeitig ist er mit nur 20% Alkoholgehalt relativ leicht. Die Ablagerungen sind echtes Fruchtfleisch. Hier habe ich tatsächlich eher das Gefühl, einen Zitronensaft zu trinken als einen Likör. Erfrischend anders!
20% Vol. – 60 Euro / Liter
Le Gillard
Le Gillard ist eine Citrus Apéritif mit einer Gin-Vorgeschichte und unter anderem bekannt aus “Die Höhle der Löwen”.
Wir haben ihn als Spritz mit Prosecco getrunken, sehr schön frisch und nicht zu süß. Die empfohlene Mischung mit Pink Grapefruit schmeckt auch sehr gut, allerdings kommt für mich hier in erster Linie der Mixer zum Tragen und Le Gillard ist kaum zu schmecken. Da muss ich vielleicht beim nächsten Mal noch am Mischungsverhältnis drehen!
23,9% – ca. 24-29 Euro / 0,7 Liter
LÖ’moncello
Von Lö Spirituosen habt ihr hier auf dem Blog vielleicht schon mal etwas gelesen, den Basi’Lö Aperitiv mit Basilikum finde ich ja ganz besonders. Der Lö’moncello ist nun wieder ein klassischer Limoncello und überzeugt mich leider weniger. Ich finde ihn geschmacklich ein bisschen fad, da kommt für mich leider viel zu wenig Zitronengeschmack rüber.
25% Vol. – ca. 37 Euro / Liter
Lusaprà Limoncello
Hinter Lusaprà Limoncello stecken Katja und Michael, die zusammen mit einer kleinen Destillerie in der Provinz Syrakus auf Sizilien ihren Bio-Limoncello entwickelt haben. Hierfür werden unbehandelte Zitronen aus der Region verwendet, die nach traditionellen Methoden angebaut und geerntet und vor Ort verarbeitet werden. Heraus kommt ein sehr feiner, nicht zu süßer Limoncello. Ideal für den puren Genuss.
28% Vol. – ca. 60 Euro / Liter

Rose Valley Limoncello
Hier haben wir einen weiteren Limoncello, der bei einer Gin-Bestellung bei der Feinbrandmanufaktur Brabant mit in den Warenkorb gerutscht ist. Mit 32% Alkoholgehalt ist der Rose Valley Limoncello in dieser kleinen Testreihe (knapp) der stärkste Vertreter. Tatsächlich finde ich ihn auch im Vergleich relativ stark und die Zitronennote etwas zurückhaltender. Dafür ist er auch weniger süß. Dennoch überzeugt er mich leider nicht ganz.
32% Vol. – ca. 43 Euro / Liter
Saluti Limoncello
Saluti Limoncello ist aus Amalfi-Zitronen. Spannend finde ich, dass hier tatsächlich mal konkrete Angaben zum Zuckergehalt gemacht werden. Weniger als 250gr pro Liter, was laut Saluti wenig ist, mir fehlen aber bei den anderen Herstellern offizielle Angaben, so dass ich nicht wirklich einen Vergleich ziehen kann. Aber er schmeckt angenehm dezent säuerlich, ist gleichzeitig trotzdem süß – mir gefällt er richtig gut!
31% Vol. – ca. 30 Euro / Liter
Tutto Passa Limoncello di Rossi
Bei einem herrlichen Nachmittag auf dem wunderschönen Weingut Rossi in Kroatien fanden so einige Flaschen ihren Weg in den Kofferraum und nach Deutschland – darunter auch der Tutto Passa Limoncello. Zurück in Deutschland empfinde ich ihn als relativ süß, aber glücklicherweise immer noch sehr schön zitronig und wohlschmeckend.
30% Vol. – ca. 33 Euro / Liter
Villa Massa Limoncello – Liquore di limone di Sorrento
Villa Massa Limoncello kommt von der Halbinsel Sorrent. Laut Homepage enthält er keine künstlichen Aromen oder Farbstoffe. Ich finde ihn sehr schön zitronig, angenehm süß und mit einer leichten Würze.
30% Vol. – ca. 25 Euro / Liter
Walcher Limoncello Biologico
Die Brennerei Walcher in Südtirol ist mir durch Gin und Spirituosen auch schon lange ein Begriff. Die Bio-Zitronen für ihren Limoncello Biologico kommen aus Sizilien. Laut Herstellerbeschreibung hat er einen “reduzierten Zuckergehalt”, was immer das auch konkret heißen mag. Ich empfinde ihn als kaum weniger süß als die meisten anderen, aber auf jeden Fall durchaus schmackhaft!
25% Vol. – ca. 25 Euro / Liter
(Zwischen)Fazit: Limoncello
Nach dieser kleinen Testreihe stelle ich wieder einmal fest: ich mag Limoncello. Tatsächlich sogar lieber pur, manchmal auf Eis, als als Spritz. Das hier war natürlich nur eine kleine Auswahl, es gibt ja so viele verschiedene Limoncello. Aber der Test hat mir auch gezeigt, dass es große Unterschiede gibt. Mein Favorit aus diesem Vergleich ist wohl der Saluti Limoncello!
Habt ihr einen Geheimtipp, was ist euer Limoncello-Favorit?
Unbezahlte Werbung. Vielen Dank an Lusapra für das Produkt, das mir unentgeltlich und ohne jegliche Auflagen zur Verfügung gestellt wurde. Der Testbericht gibt meine persönliche, unbeeinflusste Meinung wieder. Alle weiteren Produkte selbst erworben.
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